Montag, 2. März 2009

Poker Pokern und sowas kostenlos blablub

Die größte europäische Poker-Turnierserie kostenlos pokern, macht zum ersten Mal Station in Deutschland. Es geht um 2,5 Millionen Euro Preisgeld. Nie gab es ein höher dotiertes Pokerturnier im Land, die Veranstaltung wird zeitversetzt von Fernsehsendern in ganz Europa ausgestrahlt – und per Livestream im Internet.

Jürgen Hammel fremdelt. Der Leiter des klassischen Spiels im Casino Hohensyburg steht steif wie ein Stock am Eingang zum Pokersaal. Das grau melierte Haar frisch frisiert, der Schnurrbart akkurat gestutzt, sein dunkelblauer Anzug wirft keine Falte. Irgendwie sei er schon stolz, sagt Hammel und deutet auf Europas Pokerelite, seine Gäste: Jungs zwischen 20 und 30 Jahren kostenlos pokern in Kapuzenpullis und T-Shirts. Sie hängen auf Hammels Stühlen wie Schuljungen, die gelangweilt dem Unterricht folgen, schieben Einsätze in die Mitte, schmeißen Karten weg, fummeln an Handys herum. Ein junger Pokerprofi aus Norwegen im Jogginganzug aus Ballonseide löst nebenbei einen Zauberwürfel. Ein Moderator rennt zwischen den Tischen hin und her und kommentiert in perfektem Englisch die spannendsten Spielszenen. Jürgen Hammel spricht rheinisch. Er muss darauf achten, nicht im Weg zu stehen.

Die European Poker Tour (EPT), die größte europäische Poker-Turnierserie, macht zum ersten Mal Station in Deutschland. Für 500 Spieler geht es um insgesamt 2,5 Millionen Euro Preisgeld, 672.000 Euro streicht allein der Sieger ein. Nie gab es ein höher dotiertes Pokerturnier im Land, die kostenlos pokern Veranstaltung wird zeitversetzt von Fernsehsendern in ganz Europa ausgestrahlt – und, was viel wichtiger ist, per Livestream im Internet.

Was in den letzten zwei Jahren in der Pokerszene passiert ist, gleicht einer Revolution: Vom Casino-Spiel oder dem Zeitvertreib halbseidener Gestalten in privaten Hinterzimmern mutiert Poker immer mehr zur Trendsportart der Generation 2.0. Online-Casinos kostenlos pokern wie „PartyPoker“ oder „Pokerstars.com“ verzeichnen Milliardenumsätze, in ihren virtuellen Pokerräumen zocken zeitgleich mehrere Zehntausend Spieler. Jahrelang hinkte Deutschland der Bewegung hinterher, doch ausgelöst durch Fernsehübertragungen erreicht der Trend nun immer mehr junge, Internet-affine Deutsche, die Poker nicht als Glücks-, sondern als Strategiespiel begreifen. Online diskutieren sie über Wahrscheinlichkeiten, rechnen Partien durch und versuchen so, ihr Spiel zu perfektionieren. Einige sind so erfolgreich, dass sie vielversprechende Karrieren aufgeben und professionelle Spieler werden.

Vom Hobby-Spieler zum Gewinner

Sebastian Ruthenberg nippt im Foyer des Pokersaals an einer Apfelschorle. Der 23-jährige Hamburger ist einer dieser jungen Deutschen. Vor drei Jahren klickte er auf einer Seite für Sportwetten einen Link an, der ihn zu einem Online-Casino leitete. Ruthenberg spielte kostenlos pokern ein bisschen, gewann, verlor, ärgerte sich und begann, sich „ernsthaft“, wie er sagt, mit Poker zu beschäftigen. In der Hand hält er einen silbernen Koffer. Ruthenberg hat als Drittplatzierter 220.000 Euro in Hohensyburg gewonnen. Am Finaltisch, an dem die letzten verbliebenen Spieler eines Turniers den Sieg unter sich ausmachen, hatte er lange die meisten Jetons, bis er nahezu alles riskierte und verlor. Der spätere Gewinner des Turniers, ein Norweger namens Andreas Hoivold, lag damit uneinholbar vorn.

Hobby-Spieler hätten ein solches Duell wahrscheinlich gescheut und würden, wären sie das Risiko eingegangen, vielleicht der verpassten Chance auf mehr Geld nachtrauern, doch Ruthenberg bleibt relativ gelassen. „Nach meinem Spielsystem blieb mir keine andere Wahl“, sagt er. kostenlos pokern

Man kann das System von Ruthenberg und den anderen jungen Deutschen als eine mathematische kostenlos pokernGleichung beschreiben. Bestimmte Karten, Positionen im Spiel, Verhalten des Gegners und Erfahrungswerte führen darin zu festgelegten Einsätzen. Unbekannte in dieser Gleichung wie die Wahrscheinlichkeit des von Hobbyspielern maßlos überschätzten Bluffs werden durch Schätzwerte ersetzt.

"Roulette ist was für Doofe"

Ruthenberg, der, bevor er Profi wurde, eine Ausbildung als Fachinformatiker bei der HypoVereinsbank abschloss, interessiert sich nicht für das eigentliche Geschäft von Spielbanken wie Hohensyburg. Falls er bei einem Turnier früh ausscheidet („einkalkuliertes Risiko“), spielt er in den Casinos „Cash-Games“ um hohe Einsätze mit anderen Profis und vielen Amateuren. An Glücksspielautomaten und drehenden Rädern läuft er achtlos vorbei. „Roulette ist was für Doofe“, sagt Ruthenberg, der unter kostenlos pokern auch einen Blog im Internet betreibt.

Hohensyburg-Chef Jürgen Hammel hingegen erhofft sich durch den Poker-Boom neue, junge Kundschaft. Die einst umsatzstärkste Spielbank Europas leidet seit Jahren unter sinkenden Umsätzen. „Der Mittelstand existiert nicht mehr“, sagt er auf einem Rundgang durch das Haus. In seinem neuen Club-Casino, einem abgetrennten Bereich für Spiele mit hohen Einsätzen, beklagt er den Wegfall von Spielkultur, der besonderen Art der Kommunikation an Roulettetischen. Doch auch hier, wo eigentlich rheinische Unternehmer zocken sollen, hat er einen Pokertisch aufgestellt. So richtig wohl war ihm dabei nicht.

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